
„Ayurveda ist das Wissen um ein glückliches und unglückliches, ein gutes und ein schlechtes Leben und davon, was zu diesen vier Aspekten beiträgt.“
Caraka Samhita, Sutra Sthana, Chapter I, Vers 41
Yoga und Ayurveda sind zwei Disziplinen, die aus der selben Philosophie hervorgegangen sind. Yoga konzentriert sich vor Allem auf das Ziel des Mosksha (=Erleuchtung). Ayurveda hingegen fokussiert das Ziel des Dharma (=die richtige Lebensweise). Bei Beiden handelt es sich um praktische Lehren, bei denen der Mensch als Wesen gesehen wird, in dem Körper, Geist und Bewusstsein eine Einheit bilden.
Im klassischen Wortsinn bedeutet Ayurveda <<die Wissenschaft vom Leben>> und meint ein Repertoire an Wissen über eine gesunde Lebensweise sowie das Heilen von Krankheiten. Charaka, Sushruta und Vagbhata sind die drei Verfasser der wichtigsten indischen ayurvedischen Schriften. Im Ayurveda bildet das Gleichgewicht das zentrale Prinzip von Gesundheit. Für das Funktionieren der verschiedenen Körpersysteme und des Geistes sind die drei (Bio-)Energien Vata, Pitta und Kapha (=Doshas) zuständig. Jedes der drei Doshas setzt sich aus zwei der fünf Elemente zusammen, aus denen die gesamte Materie besteht: Feuer, Erde, Wasser, Luft, Äther. Die Doshas finden sich in verschiedensten Kombinationen in unserem Körper wieder. Sie werden aus den Elementen zu funktionellen Einheiten geformt und übernehmen im Körper folgende Funktionen:
Wasser und Erde bilden das Kapha Dosha. Durch die Verbindung von Wasser und Erde bekommen die Dinge eine Struktur. Sie werden formbar. Daher gilt das Kapha Dosha als Stabilitätsprinzip.
Das Pitta Dosha besteht aus den Elementen Feuer und Wasser und steht für Stoffwechsel und Transformation. Aufgabe des Körpers ist es, Nahrung in Nährstoffe zu zerlegen und zugänglich zu machen, also in Energie umzuwandeln. Licht ist auch mit Feuer verbunden. Pitta steht auch für Aufmerksamkeit, Verständnis, Anerkennung und Verständnis. Neben der Verdauung von Nahrung ist Pitta auch an der Verdauung von Emotionen beteiligt.
Das Vata Dosha besteht aus den Elementen Äther und Luft. Das Luftelement ist mit dem Nervensystem verbunden. Nervenimpulse werden benötigt, um Bewegung zu ermöglichen. Atmung, Herzschlag, Muskelbewegungen, etc. Das Raumelement hat die Qualitäten mobil, leicht, kalt, subtil, dunkel, durchdringend. Damit Bewegung möglich ist, braucht es Raum, um am Leben teilhaben zu können. Auch zwischen den Organen, Knochen usw. Vata wird somit als Bewegungsprinzip charakterisiert. Neben der körperlichen Bewegung ist es auch für die Bewegungen des Geistes, des Bewusstseins verantwortlich.
Yoga kann aus dem Sanskrit mit <<Einheit/Haarmonie>> übersetzt werden und beschreibt eine indische Philosophie, die darauf abzielt, Körper, Geist und Bewusstsein in Einklang zu bringen. Der Weg des Yoga wird, u.a. in den Yoga Sutras von Patanjali dargestellt. Die Sutras sind eine Art Landkarte, um die Herausforderungen des Lebens navigieren zu können. Patanjali definiert in seinen Sutras Yoga als die Kontrolle der Bewegungen des Geistes [Sutra 1:2]. Bewegungen unseres Geistes werden oft als <<Affengeist>> bezeichnet. Das bedeutet, die Gedanken springen von hier nach da, von einem Thema zum anderen und auch wieder zurück, so wie die Affen von Ast zu Ast springen. Wenn es gelingt den Geist zu beruhigen können wir aufmerksam werden, für das, was uns in unserem Leben wahrhaft wichtig ist. Patanjali lehrt den Weg des Yoga in acht Stufen (=achtgliedriger Weg): Die ersten fünf Glieder (Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratayahara) werden auch als Kriya Yoga (praktischer Yoga) bezeichnet und die letzten drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) als Raja Yoga (königlicher Yoga).
1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt
2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst
3. Asanas – der Umgang mit dem Körper
4. Pranayama – der Umgang mit dem Atem
5. Pratyahara – der Umgang mit den Sinnen
6. – 8. Samyama – der Umgang mit dem Geist
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit
Die Yogapraxis besteht demnach aus mehr Elementen als der Asanapraxis. Die Asanapraxis ist ein Teilaspekt um das Gleichgewicht herzustellen da den verschiedenen Asanas, Pranayamas, etc. auch Doshas zugeordnet sind.
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Eine achtsame Zeit 🪷

